Biografie von Imre Kertész
Imre Kertész copyright Johannes Zinner

Imre Kertész wurde am 9. November 1929 in Budapest geboren, im Juli 1944 nach Auschwitz deportiert und im April 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit.

Nach seinem Abitur (1948) arbeitete er als Journalist. Seit 1953 ist er freier Schriftsteller. Er schrieb zunächst Musicals und Theaterstücke. 1960 begann er mit der Arbeit an seinem Werk „Roman eines Schicksallosen“.

Erst 1975 konnte dieser Roman in Ungarn veröffentlicht werden, erregte aber kaum Aufmerksamkeit. Seine literarische Bedeutung wurde erst mit der zweiten Auflage 1985 erkannt. Seinen Lebensunterhalt verdiente Imre Kertész in der Zwischenzeit hauptsächlich durch seine profilierte Arbeit als Übersetzer. Kertész übertrug u. a. Werke von Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Hugo von Hofmannsthal, Elias Canetti, Ludwig Wittgenstein, Joseph Roth, Arthur Schnitzler und Tankred Dorst ins Ungarische.

Als Sorstalanság 1996 in einer deutschen Neuübersetzung unter dem Titel „Roman eines Schicksallosen“ erschien, wurde das Buch als literarisches Ereignis gefeiert und verhalf Imre Kertész zu seinem internationalen Durchbruch. Es gilt seitdem als eines der Schlüsselwerke des zwanzigsten Jahrhunderts. Ende der achtziger Jahre folgten A kudarc (dt. Fiasko, 1999) und Kaddis a meg nem született gyermekért (dt. Kaddisch für ein nicht geborenes Kind, 1992), mit denen er seine „Trilogie der Schicksallosigkeit“ vollendete.

Im Herbst 2002 erhielt Imre Kertész den Nobelpreis für Literatur „für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“.

Zuletzt erschien der Roman „Liquidation“.