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Das große Finale


Imre Kertész mit Gattin
Mit einer großen Gala des Wiener Bürgermeisters ging am Montag Abend die diesjährige Aktion „eine Stadt ein Buch“ zu Ende. Sie stand ganz im Zeichen von Imre Kertész und seinem Buch „Schritt für Schritt“.
Fast eintausend Ehrengäste drängten sich im Festsaal des Wiener Rathauses, um den Literaturnobelpreisträger zu feiern. 100 000 Exemplare des Buches waren in fünf Tagen verteilt. worden. Für Kertész „eine Sensation und unglaublich“ wie er ergriffen feststellte.


v.L.n.R. Nobelpreisträger
Imre Kertész, Bürgermeister
Michael Häupl, Autor Frederic
Morton
Bürgermeister Häupl würdigte in seiner Ansprache den großen Schriftsteller Kertész, er zollte der Aktion Dank und Anerkennung und er vergaß auch nicht zu erwähnen, dass Frederic Morton aus New York gekommen war. Mit dessen Roman „Die Ewigkeitsgasse“ war die Idee zur Aktion „ eine Stadt ein Buch“ im vergangenen Jahr gestartet worden.

War der Bezug Mortons zu Wien von Geburt wegen bestimmt, so ist die Beziehung von Imre Kertész nur auf auf politisch bestimmten Umwegen möglich geworden.


Ganz links Frederic Morton,
in der Mitte stehend
Staatsoperndirektor Ion
Holender, rechts sitzende
Imre Kertész

Nach Wien führte ihn seine erste Reise erst nach der Wende. „Er habe ein Stipendium von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur bekommen“. Nachlesen kann man das in seinem Essayband DIE EXILIERTE SPRACHE („Budapest – Wien – Budapest“). Es gibt aber noch ein Abenteuer mit Wien. In „Protokoll“ (in EINE GESCHICHTE – ZWEI GESCHICHTEN) beschreibt Kertész, wie er
auf der Fahrt nach Wien erwischt wurde, als er mehr Schillinge mithatte als man damals durfte. Das verbinde ihn auch mit Wien, denn er beschreibe in der Geschichte Wien als Traumstadt, nach der man sich sehnt, die man aber nicht erreicht.
Kertész hatte schon Lesungen in Wien, als er noch nicht so bekannt war.
„Wenn ich mich richtig erinnere,“ sagt der Nobelpreisträger,“ hat Kurt Neumann von der Alten Schmiede 1993 damit angefangen, mich einzuladen. Ich habe aus dem GALEERENTAGEBUCH gelesen und aus dem frisch erschienenen KADDISCH FÜR EIN NICHT GEBORENES KIND. Ich habe das sehr gerne gemacht und bin in Wien auch immer sehr gut aufgenommen worden.“

Imre Kertész wurde am 9. November 1929 in Budapest geboren, im Juli 1944 nach Auschwitz deportiert und im April 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit.
Nach seiner Matura (1948) arbeitete er als Journalist. Seit 1953 ist er freier Schriftsteller. Er schrieb zunächst Musicals und Theaterstücke. 1960 begann er mit der Arbeit an seinem Werk „Roman eines Schicksallosen“.
Erst 1975 konnte dieser Roman in Ungarn veröffentlicht werden, erregte aber kaum Aufmerksamkeit. Seine literarische Bedeutung wurde erst mit der zweiten Auflage 1985 erkannt. Als Sorstalanság 1996 in einer deutschen Neuübersetzung unter dem Titel „Roman eines Schicksallosen“ erschien, wurde das Buch als literarisches Ereignis gefeiert und verhalf Imre Kertész zu seinem internationalen Durchbruch. Es gilt seitdem als eines der Schlüsselwerke des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Herbst 2002 erhielt Imre Kertész den Nobelpreis für Literatur „für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“.



“Volkstheater – Kertesz-Matinee”



"Vor ausverkauftem Haus gab es am Sonntag, 23. November im Volkstheater in Wien die große Matinee mit Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz, zur Aktion "Eine Stadt ein Buch".

Viele Zuschauer waren gekommen, auch um bei dieser Gelegenheit noch eines der wenigen Gratisexemplare des Romas "Schritt für Schritt" zu ergattern.

Bei dieser Matinee konnte jederman den Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz live erleben. Sein Diskussionspartner war der Autor
György Dalos.. Aus Kertesz`Buch "Schritt für Schritt" lasen die Schauspielerin Chris Pichler und ihr Kollege am Volkstheater, Thomas Stolzeti.

"Schritt für Schritt" ist nicht eine Wiederaufnahme des “Romans eines Schicksallosen" viel mehr ist es anekdotisch und persönlich,
mit Erinnerungen versehen - hat also alles das, was er, wie Kertesz sagt, im "Roman eines Schicksallosen" vermeiden wollte. Der Roman sei
ein radikales, philosophisches Werk und "Schritt für Schritt" ist ein Drehbuch, also eine andere Gattung", so Kertesz."


Der Bücherturm wurde gestürmt

Kaum hatte Bürgermeister Häupl den Bücherturm 2003 enthüllt, stürzten hunderte Besucher Im Festsaal des Wiener Rathauses nach Vorne, um eines der ersten Exemplare aus der Auflage der diesjährigen Aktion „eine Stadt ein Buch“ zu ergattern. Michael Häupl hatte zuvor das Motto ausgegeben, wonach es nicht allein darauf ankomme ein Buch zu besitzen, sondern es auch zu lesen. Ganz Wien liest, so lautet das Credo auch in diesem Jahr, in dem zum zweiten Mal 100 000 Gratisbücher an die WienerInnen verteilt werden. Wer heute im Rathaus auf der Buchmesse im Festsaal sein persönliches Buch noch nicht abgeholt hat, der kann dies ab morgen an folgenden Stellen tun:

- Auf der Buchwoche im Wiener Rathaus (Festsaal)
- In allen Wiener Buchhandlungen
- In allen Filialen der Büchereien Wien
- In Volkshochschulen
- Auf den Wiener Bezirksämtern
- Über die Österreichische HochschülerInnenschaft
- Schüler & Lehrer können ihr Buch über den Stadtschulrat beziehen


Buch des Literatur-Nobelpreisträgers Imre Kertész wird verfilmt.

Dreharbeiten zu "Roman eines Schicksallosen" starten am 15.Dezember.

Laut einer Meldung der Austria Presseagentur (APA) wird das Drehbuch “Schritt für Schritt” des ungarischen Literatur-Nobelpreis-trägers Imre Kertész verfilmt. Am 15. Dezember sollen die Dreharbeiten der ungarisch-deutsch-britischen Koproduktion in Piliscsaba bei Budapest beginnen, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstag unter Berufung auf die ungarische Produktionsfirma Magic Media Rt.

Kertész, der in Berlin lebt, verarbeitet in dem Roman seine Erfahrungen als Halbwüchsiger in deutschen Konzentrationslagern. Am ersten Drehort, einem früheren Schießplatz des ungarischen Innenministeriums in Piliscsaba, werde eine Kulisse aufgebaut, die das KZ Buchenwald darstellen solle.

Der ungarische Kameramann Lajos Koltai führt erstmals Regie. Der Name des jugendlichen Darstellers, der den 14-jährigen Haupthelden spielt, werde zunächst geheim gehalten, da dessen Eltern ihn so lange wie möglich vor der Öffentlichkeit schützen wollen, hieß es.